Ulrike Serowy Im Schutzraum: Eine Buchrezension

Ulrike Serowy Im Schutzraum.

Ich hatte die besondere Gelegenheit das neue Buch von Ulrike Serowy „Im Schutzraum“ welches am 15 Oktober erschien eine Rezension zu verfassen.

Bevor ich auf den Inhalt des Buchs eingehe erstmal ein paar kleine Fakten. Das Buch hat 72 Seiten Buch Satz und Cover stammen von Irrwisch Artdesign aus Wien und erschien beim Edition Outbird Verlag. Die Autorin Ulrike Serowy hat Sprachen und Literatur, Geschichte & Archäologie studiert. Sie schreibt Prosa und Lyrik und hat zahlreiche Texte im In und Ausland publiziert.

Ihr Debüt trägt den Namen „Skogtatt“ und erschien 2013 im Hablitzel Verlag in seiner Rezension für die FAZ nannte Dietmar Dath das Buch ein „lichtabweisendes Juwel“. Im Jahr 2022 erschien ihr Roman „Wölfe vor der Stadt“ welcher vom Mitteldeutschen Rundfunk empfohlen wurde & bei Edition Outbird erschien. Aktuell kann den Roman leider dort nicht beziehen. Ich habe es jedenfalls nicht gefunden. Im Jahr 2023 erschien ihre Erzählung die Festung & ihr jüngstes Werk „Highway to Hel“ (was mich vom Inhalt her total faszinierend finde) mit diesem sie sich auf große Lese Tour begab. Was ich auch erzählenswert finde ist das Ulrike ihre Lesungen gerne an besonderen oder verwunschenen Orten abhält. So war sie beim Gothic Literature Festival in Bacharach soviel ich weiß schon das zweite Mal zu Gast wo man ihren Worten Gehör schenken konnte. Auf ihrer Lese Tour zu „Highway to Hel“ war sie auch mit Ása Ástardóttir unterwegs. Einer Frau mit viel Humor und einen enormen Schatz an Wissen aus ihrer Heimat Island. So fand eine ihrer Lesungen in einem Bestattungshaus unter dem Titel „Trolle Tote & verrückte Geister“ was großen Anklang fand. Kommen wir nun zum Buch: Es handelt sich um eine Erzählung über einen Atomkrieg die an einem realen Ort stattfindet im Zivilschutzraum der U-Bahn Station Kalk in Köln. Für alle wissensdurstigen gibt’s am Ende der Geschichte von der Geschichtswerkstatt Kalk e.V. ganze 5 Seiten eine ausführliche Berichterstattung über den Zivilschutzraum in Kalk.

Allein das Buchcover löst in mir schon Unbehagen aus. Die genauen bildhaften Einzelheiten der Katastrophe sind direkt vor deinen Augen und so ist die Geschichte in der Ich Perspektive geschrieben. Und es wird von Seite zu Seite nicht leichter eher noch unbehaglicher die Atmosphäre die Stimmung & Anspannung der ganzen Menschen die es geschafft in den Schutzraum zu gelangen die schier endlosen  Gänge & was nun mit der Welt da draußen passiert all das schafft es die Autorin so zu bündeln das der Leser sich selbst mittendrin fühlt. So ist es bei mir auf jeden fall gewesen.

Es erinnert mich ein wenig an die Zeit von 2020 die C Zeit wo auch irgendwie es schien als wäre eine Gefahr aus der man sich retten und verbarrikadieren müsste.

Und auf die Anweisungen von Menschen zu hören die angeblich wissen was sie tun beziehungsweise genau wussten was das „richtige“ für einen wäre. Solche Gedanken kamen mir beim Lesen. Man wird als Leser also DU in eine gehobene „Position“ gestellt und hat dafür Sorge zu tragen das alles einen geregelten Ablauf habe und es zu keiner Eskalation kommen soll. Was aufgrund der vorliegenden Lage alles andere als einfach gestaltet. Und schließlich hat das Ende der Geschichte mich nochmal völlig aus der mentalen Bahn geworfen.

Halten wir fest: Das kleine Buch „Im Schutzraum“ schafft es mit wenigen Seiten den Leser so derart einzunehmen das es eine ganze Weile braucht um in wieder im richtigen Leben anzukommen.

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