Once_Human – Evolution Review

Once_Human – Evolution Review

Once_Human – Evolution (VÖ: 10.02.2017)

Once_Human meldet sich nach dem etwas holprigen Erstlingswerk The Life I Remember mit ihrem zweiten Long Player Evolution zurück. Glaubt man Logan Mader, der zusammen mit Lauren Hart diese Band ins Leben gerufen hat, hat hier ein wirklicher Evolutionsschritt stattgefunden. Er spricht von außergewöhnlichem Death Metal, komplex und emotional mit fast niederschmetternder Härte.  Also hören wir mal rein:

Flock of Flesh: Stimmiges Gitarrenintro. Laurens Stimme verbreitet Wut, verbreitet Hass. Ab 3:30 mal kurz Luftholen, eine ruhige Passage die in die Eingangsmelodien mündet bevor der Song akustisch entschwindet.

Eye Of Chaos: Ruhiger Einstieg bevor einem die Stimme von Lauren vom Stuhl haut. Dieser Song zeigt die große Bandbreite der Trademarks, die diese Band auszeichnen, u.a. auch plötzliche Clean Vocals. Nicht ohne Grund ist dieser Song als Vorabveröffentlichung ausgewählt worden.

Mass Murder Frenzy: Verhalten beginnend schraubt sich dieser Song nach oben um dann in die Kategorie der  Nackenbrecher aufzusteigen. Gnadenlos hämmern die Drums durch den Song, sehr passend zur stimmlichen Darbietung.

Gravity: Auch dieser Song fällt durch seine abwechslungsreiche Struktur auf. Die Gitarre hat im zweiten Teil des Songs sogar etwas Prog/Jazz Anleihen. Interessant auch die sphärischen Passagen, die einem doch eine kurze Verschnaufpause gönnen.

Dark Matter: Sagte ich weiter oben etwas von gnadenlos hämmernden Drums? Revidiere ich sofort. Was bei Dark Matter aus den Boxen kommt, hat schon etwas von einer gnadenlos abgefeuerten Salve. Dabei wirkt der Gesang auf mich weniger brutal, eher etwas beruhigend, führend. Nach zwei Minuten schwirrt dann kurz die Leadgitarre durch das akustische Geflecht um nach ein paar Augenblicken wieder in der Songstruktur gefangen zu sein.   

Paragon: Melodischer Einstieg in ein Stück durch das man hin- und hergerissen wird. Mein persönliches Lieblingsstück auf der Scheibe. Nicht nur wegen der clean gesungenen Passagen. Nein, hier ist alles stimmig.

Drain: Ein etwas anderer Einstieg in das Geschehen. Prog meets Growl, urplötzlich wieder in cleanen Gesang mündend. Dann wieder sehr anspruchsvolle Gitarrenläufe, die sehr gut mit dem Gesang harmonieren ohne das der Gesang zu melodisch wirkt. Sehr gute Performance. Das Outro ist zum hinknien.

Killers For The Cure: Wieder ein Stück mit Nackenbrecher-Qualitäten aber nicht ohne die kurzen, notwendigen Verschnaufpausen zwischendurch – wegen der Whiplash Gefahr versteht sich.

Passenger: Sehr gut strukturierte Gitarrenpassagen führen einen in das Stück um in einem Wechselspiel mit dem Gesang an Fahrt aufzunehmen. Es wird aber nicht stoisch durchgespielt sondern man variiert. Natürlich, möchte man fast anmerken, ist der Klargesang auch in diesem Stück zu hören und wie schon in den Stücken zuvor fein portioniert eingesetzt. Dieses letzte Stück der Scheibe macht Lust auf mehr.

Fazit:

Once Human ist von einem Projekt zur Band gewachsen. Logan Mader, Gitarrist und Produzent, zieht hier die Fäden. Den Gesangspart übernimmt Lauren Hart. Ein Vergleich mit der zornigen Angela Gossow drängt sich auf. Aber Vorsicht, hier habe wir es nicht mit einer Nachahmer-Nummer zu tun sondern hier tut sich etwas Neues auf. Evolution könnte seinem Titel gerecht werden, ist es doch ein Riesenschritt für die Band in die richtige Richtung. Auf jeden Fall ein frisches, unverbrauchtes Album von einer Band, die auf jeden Fall auch auf meiner „Live“-Liste steht.

Anspieltipps: Eye of Chaos, Gravity, Paragon, Drain, Passenger

Band:

Logan Mader – Guitar

Lauren Hart – Vocals

Dillon Trollope – Drums

Damien Rainaud – Bass Guitar

Skyler Howren – Guitar

Max Karon – Guitar

Meine Wertung:  8,5/10

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.