Corvus Corax Ars Mystica Review

Corvus Corax Ars Mystica Review

Corvus Corax Ars Mystica (VÖ 29.7.2016)

Corvus Corax stehen allein mit ihrem Namen schon für eine Legende unter den Spielleuten. 1989 schlägt die Geburtsstunde der ostdeutschen Mittelalter-Band, als Wim und Castus sich als Duo zusammen tun. Ihre Instrumente bauen die Musiker anfänglich selber und bereisen in den folgenden Jahren mit verschiedensten Bands des Genres die Mittelaltermärkte der Nation. Im Laufe der Geschichte von Corvus Corax, sind sie in unterschiedlichsten Formationen unterwegs und mit wechselnder Musikerstärke. so wir aus dem Duo schnell ein Quintett, welches 1991 das erste Album „Congregatio“ aufnimmt und veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt touren die Mannen von Corvus Corax bereits durch Europa und Japan. 1993 legen sie mit „Inter Deum Et Diabolum Semper Musica Est“ nach. Auch die folgenden Jahre sind sehr vom Schaffensdrang der Musiker geprägt und so folgen weitere Veröffentlichungen. Die wohl außergewöhnlichste ist die Single „Tanzwut“, welche 1996 erscheint und zum gleichnamigen Nebenprojekt führt. Hier verbinden Corvus Corax elektronische Beats mit mittelalterlichen Klängen. Doch ruhen kommt für die Barden nicht in Frage und so jagen die Veröffentlichungen sich und man kommt 2013 auf 26 Alben, was für 21 Jahre Bandgeschichte schon sehr beachtlich ist.

Meine erste Bewertung in diesem Jahr (2016) und dann gleich was ganz besonderes. Wenn sieben Raben aus Berlin sich in die Lüfte erheben schlägt jedes Mittelalter Herz höher.

Mit der vorliegenden Scheibe zeigen die Herren was so die letzten 27 Jahre an klangvollen Melodien entstanden sind welche hier nun vereint werden. Zu meiner Erleichterung verzichtet auf man einfallslose Titel wie Best Of oder das Beste aus 27 Jahren. Wir sind ja nicht bei der Chartshow jener gewählte Titel „Ars Mystica“ was die Kunst des Mystischen bezeichnet. Das trifft es wirklich nicht zu vergessen das ausdrucksstarke Cover ich vermute stark mal dass es mit Aquarell gezeichnet wurde. Eine Hügellandschaft in der Ferne (die das kommende repräsentiert) ein Vollmond am Firmament der sich in einen kleinen See wiederspiegelt (dies steht für das Gegenwärtige) dieser ist umgeben von knochigen alten Bäumen die kein Blattwerk mehr tragen hier ist eindeutig der Bezug auf das vergangene. Abgerundet letztlich durch 7 Raben (wofür die stehen dürfte klar sein) die sich auf allen Ebenen aufhalten. Eine schön durchdachte Symbolik.

Was mich ziemlich froh stimmt das gerade in dieser schnelllebigen Zeit es sie doch noch gibt Musiker die sich den Mittelalterlichen Klängen verschrieben haben trotz ihrer langen Schaffenszeit bzw. Bestehens ihre Instrumente mit denen sie begannen ihren Weg zu gehen nicht irgendwann an den buchstäblichen Nagel hängen und dann nur noch wie Innovationslose gesichtslose Combos die alle gleich klingend über die Märkte geistern.

Beim Lauschen der einzelnen Stücke oder gar des ganzen an sich vergisst man wie trüb und grau die Welt rundherum ist. Es ist wie bei einem Film wo beim Prolog ein Buch zu sehen ist welches aufgeschlagen wird. Gefolgt mit den magischen Worten Es war einmal vor langer Zeit… Ein oder mehrere tragische Helden, die große unerreichte Liebe, epische Schlachten zwischen Gut und Böse. Solche Bilder entstehen vor dem geistigen Auge besonders dann wenn eine bekannte Melodie das Ohr von Mittelalter sowie Serienfans umschmeichelt.

Die Rede ist natürlich von „Games of Thrones“ waren sie ja als Live Musiker vor Ort als die erste Pilotfolge vom „Games of Thrones“ gedreht wurde für die Herren Corax der Ritterschlag schlechthin. Majestätisch in die Tat umgesetzt haben sie auch den Titel „Is Nomine Vacans“ welcher Zockerfreunde aus dem Computer Spiel „Gothic 3“ durchaus bekannt sein sollte. Da fällt mir ein da habe ich auch mal den ersten Teil gezockt aber irgendwie habe ich die Übersicht verloren und dann lieber aufgehört. War dann bei Diabolo gelandet das war mehr nach meinen Geschmack.

Die Scheibe beinhaltet 15 Titel wo das kürzeste Stück am Anfang ist unter 2 Minuten gibt man sich nicht zufrieden (Besonders freue ich mich immer über Interpretationen vom Palästinalied dieses hält sich über 8 Minuten) aber wer Corvus Corax kennt weiß das Zeit im Gepäck ein wichtiges Utensil ist. Wer dies nicht mitbringen kann soll auf dem Marktplatz gehen und sich vom Gaukler Mario dem Bärtigem sein Ohr blutig schwätzen lassen. Für Menschen die auf einer Wiese liegen und sich stundenlang dem Himmel widmen können dürften hiermit die perfekte Untermalung haben.    

Fazit: Seien es nur einzelne Stücke oder im einen Ganzen das Album macht sehr viel Freud und wenn dann noch eine Horde Pink Fluffy Unicorns an einen vorbei laufen ist alles gut.   

Line Up:

Castus Rabensang: Gesang, Dudelsack, Biniou, Schalmei, Cister, Trumscheit, Drehleier

Norri aka Harmann, der Drescher: Davul, Percussion

Jordon: Dudelsack, Schalmei, Zink

Pan Peter: Dudelsack, Schalmei

Vit: Dudelsack, Schalmei, Zink

Hatz: Schlagwerk

Steve the Maschine: Schlagwerk, Percussion

Soundqualität: 9/10                Variation: 9/10                      Cover: 9/10        Gesamt: 9/10

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