Faun Midgard

Faun-Midgard (VÖ 19 August 2016)

Die Band Faun gibt es bereits schon ein paar Jahre, um genau zu sein, seit 1999. Als deutsche Pagan – Folk Band auf kleinen Mittelaltermärkten angefangen entwickelte sich Faun im Laufe der Jahre zu einer festen Größe in der Mittelalterszene. Ich habe die Band vor 10 Jahren auf einem mittelalterlichem Spektakulum „MPS“ bewundern können. Damals kannten diese Gruppe nur wenige der heutigen Zuhörer/innen. Faun konnte sich in über 17 Jahren einen Namen machen und wurde mehrfach für den deutschen Echo nominiert. Mit ihrem aktuellen Album „Midgard“ stieg Faun sogar in die deutschen Album – Charts auf Platz 3 ein, was heutzutage bei der breiten Musikauswahl Respekt verdient hat.

Der Bandname Faun stammt aus der römischen Mythologie vom Wort Faunus und bedeutet so viel wie Waldgeist und spiegelt die Naturverbundenheit der Band wieder. Der Albumtitel „Midgard“ stammt aus der nordischen Mythologie und bedeutet so viel wie Welt der Menschen. Die Songtexte sind in unterschiedlichen Sprachen verfasst wie z.B. Deutsch, Spanisch, Isländisch, Latein, Englisch und Finnisch. Die Band aus Gräfelfing bei München füllt mittlerweile große Konzerthallen und Festivalbühnen nicht nur in Europa. Faun wurde bereits von vielen Musikmagazinen interviewt u.a. von Zillo und Orkus. Die Band hat seit ihrer Entstehung 9 Studioalben veröffentlicht, darunter ein Akustikalbum und unzählige und live Shows absolviert.

Alle Musiker beherrschen ihre oft ungewöhnlichen Instrumente wie z.B. Flöte oder Harfe. Bei dem Gesang wechseln sich Sänger Oliver und Sängerin Sonja ab,  sodass keine Langeweile aufkommt. Wie bei vielen anderen Pagan – Folk Bands aus der Szene beginnt auf dem Album „Midgard“ die Musik mit Rabenschreien und Nebelhörnern in einem Prolog, der den Zuhörer in ferne Welten entführt, dicht gefolgt von dem Song „Federkleid“, welcher auch als Video veröffentlicht wurde. Langsam und bedächtig findet sich der Zuhörer in einer Fantasiewelt wieder wie bei den Externsteinen in Nordrhein – Westfalen, wo das Video gedreht wurde. Beim dritten Song „Sonnenreigen“ wird Faun dann doch ein wenig poppig und weicht von ihrem eingeschlagenen Weg ab. Noch mit „Mac Beth“ gelingt Faun dann doch noch die Kurve und das Lied kann durch den Text und die Songstruktur überzeugen. Das Märchen von der Blutgräfin Mac Beth dürfte allen aus der Szene Stammenden ein Begriff sein.

Mit „Odin“ am Ende des Albums wird die altnordische Geschichte der Edda Heldendichtung des Kriegsgottes besungen. Hierbei wechseln sich deutschsprachige und isländische Gesangsparts ab. Der Song kann mich durch seine Umsetzung und Stimmung überzeugen und bringt es recht gut auf den Punkt, was bereits viele andere Bands nur versucht haben. Das Lied „Rabenballade“ schlägt in die gleiche Kerbe und beschreibt die sagenumworbenen schwarzen heiligen Vögel ganz gut. Das letzte Lied „Lange Schatten“ erinnert an Volksmusik und wirkt auf mich etwas kitschig,  den Song hätte sich Faun dann doch sparen können.

Mein Fazit: Faun liefert mit „Midgard“ wie schon bei dem Vorgängeralbum „Luna“ ein textlich interessantes und starkes Album ab. Das Album erzeugt beim Hörer eine ganz eigene verträumte Atmosphäre und ich merke gleich, dass sich Faun schon lange mit dem Thema der nordischen Mythologie beschäftigt hat. Der Sound von Faun wurde gut und klar abgemischt und kann überzeugen. Das Album hat einen Spannungsbogen, was beim Zuhörer für Abwechslung und Neugier bei den einzelnen Songs sorgt. Faun kann mit ihrem aktuellen Album „Midgard“ ihre Klasse halten und sorgt auf ihrer anstehenden Tour hoffentlich für ausverkaufte Konzerthallen.

Line Up:

Oliver „SaTyr“ Pade: Gesang, Nyckelharpa, Harfe, Lauteninstrumente, E Gitarre

Rüdiger Maul: Schlagzeug

Sonja Drakulich: (seit 2012) Gesang, Perkussionsinstrument

Stephan Groth: (seit 2012) Gesang, Flöten

Katja Moslehner: (seit 2013) Gesang, Perkussionsinstrument

Studioalben:

  • – 2002: Zaubersprüche
  • – 2004: Licht
  • – 2005: Renaissance
  • – 2007: Totem
  • – 2009: Faun Acoustic
  • – 2011: Eden
  • – 2012: Von den Elben
  • – 2014: Luna
  • – 2016: Midgard

DVDs 2004: Lichtbilder – 2007: Ornament- 2013: Von Den Elben

Meine Bewertung: 8 von 10 Punkten

Homepage: http://www.faune.de/faun/pages/start_de.html

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