Vincent will Wacken

wacken-2016-239Wacken 2016 / Mi.04.08, Do.05.08, Fr.06.08. Sa.07.08.16:

Mittwoch der 04.08.16:

Das Wacken Open – Air 2016 stand für mich dieses Jahr fest mit auf dem Zettel und war lange eingeplant auf meiner Festival und Konzertliste. Ich hatte mir doch nach dem Festival 2007 geschworen nicht mehr zum W.O.A. zufahren oder mich für dieses Festival zu interessieren.

Waren die Erfahrungen der Vergangenheit doch zu negativ. Kommerz, Ausverkauf der Metal Szene, Volksfest, Mallorca – Party, W.O.A. Touristen, Gaffer, die Presse, Radio und TV. Stationen die nun ausführlich und fast stündlich über das W.O.A. berichten? Die Kritik ist sicherlich begründet und liegt für viele Metaller auf der Hand.

Auf der anderen Seite stand für mich eine Einladung die ich nicht ausschlagen konnte. Hatte doch im Vorfeld ein guter Kumpel die ganze Wacken Tour sehr genau geplant, mir ein Zimmer mitgebucht und das Wacken Ticket günstig ersteigert. Nun konnte ich nicht mehr Nein Sagen, War doch das Billing für dieses Jahr 2016 sehr verlockend. wacken-2016-258

Also habe ich meine sieben Sachen gepackt und los ging es am Mittwoch den, 04.08.16. um 7.00h. morgens Richtung Wacken. Ein Kumpel holte uns mit seinem KFZ. ab und fuhr uns zum Festival nach Wacken. Dort kamen wir dann ohne Stau oder Zwischenfälle sicher und bester Laune an. Wir checken in unserem Zimmer ein und das verlängerte Metal Wochenende konnte jetzt starten. Das Wetter war am Mittwoch recht durchwachsen, mal Regen dann wieder Sonnenschein (W.O.A. / Rain or Shain). Das W.OA. begrüßte uns offen und freundlich.Das erste kalt Getränk wurde genossen und los ging es zur Bändchenausgaben.

Wir hatten uns im Vorfeld schlau gemacht und einen Termin im Dorf mit Ron Paustian vereinbart. Der gute Mann ist “Inclusions Men Of The Year” und arbeitet für die Internet Seite “New Metal Media, Inklusion Muss Laut Sein” und engangiert sich seit sehr vielen Jahren in der Metal Szene für Menschen mit Beeinträchtigungen. Nun endlich hatte ein persönliches Treffen mit Ron Paustian geklappt und er erschien pünktlich. Nach kurzem “Small Talk” und gegenseitigen Symphatie Bekundungen ging die Reise los. Ron beschrieb kurz sein Aufgabenfeld und zack hatten wir Beide (ein Kumpel und ich) unsere Einlassbändchen für vier Tage Festival.wacken-2016-238

Voller Vorfreude wurde nun das Festival Gelände (in Field) besichtigt. Es bot sich uns ein Blick zwischen vielen Getränke/ Essens Buden, Mech. Ständen, sehr viel Matsch und ein Meer aus schwarz gekleideten Metallern, wohin wir auch guckten. Wir gingen über das Gelände Richtung Bullhead /Zeltbühne, vorbei an einem umgebauten Army Transporter mit der knall roten Aufschrift Teufel. Auf diesem “Biest” standen zwei DJs. die den gesamten Tag Metal Scheiben in einer Hammer Lautstärke spielten. Im Zelt angekommen, standen zwei große Bühnen vor uns, links die WET- STAGE und auf der rechten Zelt Seite die HEADBANGERS -STAGE.

An den beiden Seiten des Zeltes befanden sich Getränketresen, nur vom aller feinsten Becks Bier. Hier fühlten wir uns wohl und der Untergrund war mit Platten befestigt. Wir sahen nun viele Underground Bands die es in das Finale des International Wacken Metal Battles geschafft hatten. Hier waren ein paar Perlen dabei, von denen die Welt bis heute noch nie etwas gehört hatte. Leider habe ich viele der Namen vergessen, es waren einfach zu viele Bands, die es wert wären hier erwähnt zu werden. Spät traten wir die Rücktour zu unserer Unterkunft an, vorbei an der W.O.A. Party Meile, mit vielen Biergärten usw.

Unsere Kleidung und Schuhe waren durch den Regen komplett durchnässt, was unserer Stimmung aber keinen Abbruch tat.

Donnerstag der, 05.08.16:

Das Erwachen am Morgen war hart, hatten wir doch am Vorabend viele alte und neue Bekannte getroffen und mit ihnen gefeiert. Doch nach einem ausgiebigem Frühstück und guter Laune ging es in die nächste Runde. War doch die Freude über den heutigen Headliner Iron Maiden groß. Uns führte unser Weg direkt wieder zur Zeltbühne, wo uns schon Henry Rollins  mit einer langen Rede zur Lage der Welt erwartet. Nach 10 Minuten schaltete ich ab, wenig Musik nur Gerede – nicht mein Fall.

Im Anschluss spielte auf der Bühne der WET-STAGE eine Band mit viel elektronischem Bass und kreisch Gesang, aus Israel meine ich. Es wurde nun Abend und das Gelände vor den beiden großen Hauptbühnen füllte sich mit vielen Menschen, Iron Maiden stand auf dem Programm und begannen auch pünktlich gegen 21.30h. Wir hatten uns einen guten Platz auf einem Podest erkämpft und einen Top Blick Richtung Bühne. Zur Einleitung wurde ein kurzer Trailer über die aktuelle Scheibe über die Leinwände gespielt.

Bruce Dickinson, Sänger von Maiden stand auf den Brettern und legte los. Es wurden viele Songs von der Neuen Scheibe The Book Of Souls gespielt. Die Bühne war im alten Maya Stil aufgebaut und sah mit dem Licht und der Technik phantastisch aus.

So hielt Sänger Dickinson eine Rede über die Bandgeschichte und die Maiden Fans generationsübergreifend. Der Mann war in guter Verfassung und kündigte im nächsten Jahr das Ende von Iron Maiden an, bedankte sich mehrfach bei seinen Fans und Wegbegleitern für ihre Treue. Zum Ende der Show wurde alte Klassiker wie z.B. THE NUMBER OF THE BEAST, THE TROOPER oder POWER SLAVE gespielt. Auch lief wie bei vielen Maiden Shows Eddy das Band Maskottchen über die Bühne und sorgte für ordentlich Stimmung bei den Zuhörern.

Es hatte nun wieder angefangen zu regnen, was gut zur Maiden Show passte. Wir wurden wieder nass bis auf die Knochen und schleppten uns Richtung Unterkunft, leider hatten Tausende andere die gleiche Idee, was die Rücktour verzögerte. Hier geht noch einmal ein Riesen Dank an Ron Paustian, der auch hier den längeren Hebel vor dem Veranstalter hatte und uns helfen konnte.

Freitag der, 06.08.16:

Wir schreiben Freitag, die ersten Ausfallerscheinungen machen sich bei uns alle bemerkbar, doch auch das gehört zu einem Festival wie diesem mit dazu. Das Wetter besserte sich und es scheint die Sonne an diesem Tag. Das Dorf füllt sich von Tag zu Tag mit immer mehr Partyvolk aus aller Welt. Auch viele verkleidet Freaks in unterschiedlichen Kostümen wie z.B. Superman, Spiderman oder Spezialisten in Spandex Hosen mit lackierten Fingernägel und Perücken.wacken-2016-269

Diese tragen bei uns allen zum Unterhaltungsfaktor bei und es wird herzhaft gelacht, so das ich am Ende Bauchschmerzen vor lachen habe und viele Running Gags entstehen. Auch sind die Preise für ein Bier 6.00,- mit Pfand auf dem Festival knackig wie ich finde. So entdecken wir einen günstigen Astra Stand, nur 1,50,- für ein kühles Bier in der Mitte des Dorfes, sehr symphatisch.

Als wir auf dem Festivalgelände angekommen sind sehen wir Die Krupps auf der HEADBANGERS – STAGE, welche elektronisch vorlegen und das Ende der Franzosen von Alcest welche entspannt vorlegen. Es geht dann auch schon heftig weiter.

Die norwegischen Black Metaller von 1349 stehen auf der Bühne der WET- STAGE. Die Band ist bereits bekannt und hat schon in Wacken 2007 gespielt. Die Norweger geben alles was sie haben und lassen ihre Matten schwingen als gäbe es kein Morgen mehr. Feuerspucken und viel Nebel gehört mit zum Programm. Die Musik erinnert mich an Marduk oder Gorgoroth vom Stil her, der Sound ist recht gut für ein kurzes Set wie dieses heute. Der Drummer ist auch dieses mal Frost von Satyricon, der seinen Job richtig gut macht.

Nach dem Feuerwerk geht es erst einmal an die frische Luft. Nach einer kurzen Pause geht es auf der Bühne weiter mit den norwegischen Helden von Ihsahn.

Der Emperor Sänger ist erwachsen geworden und gibt eine breite Auswahl an Musik zum Besten. Mal dunkel und kreischend, dann wieder abwechslungsreich und jazzig entspannt gehen die Herren von Ihsahn zu Werke. Welches den Zuhörer nicht langweilt. Die aktuelle Scheibe Arktis wird abgefeiert und gut angenommen. Sänger Ihsahn spielt dann auch klassische Heavy Metal Nummern welche bei mir keine Fragen mehr offen lassen, dass der Mann ein hervorragender Musiker ist. Ihsahns Bruder wird kurz hinter den Keys vorgestellt, so das die halbe Familie nun auf der Bühne steht.

Nach dem Brett geht es dann weiter auf der Hauptbühne mit Whitesnake, welche Freunde unbedingt sehen wollen. Es erwartet uns klassischer Heavy Metal mit auf topierten Haaren und viel Make – Up. Im Anschluss machen wir dann Feierabend und gehen schlafen.

Samstag der, 07.08.16:

Es steht der letzte Festival Tag auf dem Programm. Ich werde morgens von einem Hagelschauer geweckt, der dann aber abzieht und die Sonne erscheint am Himmel. Nun heißt es sich wieder fit zu machen und den Grill an zuschmeißen der auf dem Balkon steht. Nach einer ausführlichen Grillung starten wir.

Im Dorf werden alle der Reisegruppe wiedergefunden. Um uns herum ist es schon mittags brechend voll und es ist kein Durchkommen mehr möglich. Durch Schleichwege erreichen wir dann das Festivalgelände. Stehen im Matsch ist mittlerweile zum Standart geworden und wir gucken uns auf der Hauptbühne die Band Steel Panther an.

Hier erwartet und eine Mischung aus auf toupierten Haaren, Sonnenbrillen, Spandex Hosen, Porno Metal und Proll. Die ganze Show wird mit vielen weiblichen Models auf der Bühne präsentiert, die aufreizend die Musiker antanzen. Viele Ansagen des Sängers gehen in Richtung Porno. Die Musik bei Steel Panther ist eher zweitrangig, es zählt hier einzig die Show, die vom Zuhörer gut angenommen wird.

Im Anschluss sehen wir die Amerikaner von Twisted Sister auf der Hauptbühne. Die Band ist hinreichend bekannt und seit über 30 Jahren im Rock Geschäft tätig. Sänger Dee Schneider ist bereits 67 Jahre alt, aber immer noch durchtrainierter als viele seiner Zuhörer. Die Band rockt ein ordentliches Set herunter und es werden viele Klassiker gespielt wie z.B. WE”RE NOT GONNA TAKE IT. Dieser Song wird von vielen und besonders den älteren Zuhörer mitgesungen und abgefeiert. Auch diese Band ist lange keine sechzehn mehr und hat so laut Sänger vor bald in den wohl verdienten Ruhestand zugehen.  Dieses Twisted Sister Konzerte ist für uns dann das letzte auf unserer vier tätigen Konzertreise welches wir uns in Wacken ansehen werden.

Die Koffer und das Auto sind bereits gepackt und wir treten gegen 1.00h. nachts die Rückreise in die Heimat an. Wir verabschieden uns schweren Herzens von vielen alten und neuen Bekannten, vielen Eindrücken und den heiligen Feldern Wackens. Die Heimreise verläuft außer das wir auf der Landstraßen noch geblitzt werden ohne weitere Zwischenfälle und Staus ab. Das wird ohne große Aufmerksamkeit in Kauf genommen haben alle von uns ein schönes und abwechslungsreiches Metal Wochenende hinter sich gebracht.

Fazit:

Dadurch das viele Medien wie z.B. TV, Radio, Internet und Magazine ausführlich und täglich über das W.O.A. berichtet und der normale – Bieder Mann – genauestens im Bilde war was auf dem größten Metal Fest dieses Planeten so alles vor sich ging. Auch nerven die vielen überflüssigen Sensations-Touristen und W.O.A. Mallorca Typen. Dennoch überwiegte bei uns das positive Erlebnis eines Festivals wie dem W.O.A. 2016. Wir erlebten viele interessante und hilfsbereite Menschen / vorne weg, Ron Paustian der vieles möglich machte, gute Konzerte, viel Matsch/ Regen, eine tolle Unterkunft, gutes Essen und Getränke sowie viele neue und unbekannte Bands aus aller Welt.

Ihr könnt also auch hier Spaß haben, auch wenn das Festivalticket für 2017, 220,- Euro kosten soll und schon viele Ticket verkauft sind.

Stay Metal

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