Rohbau - Zorn (01.06.2010)

Aus der Hafenstadt und dem Tor zur Welt -Hamburg- stammen die Musiker der Band Rohbau. Im Oktober 1995 finden die fünf Originale sich zusammen um die hanseatische Musikszene mit einer Mischung aus Rock, Heavy Metal, Thrash, Power Metal und Punk zu erobern. 1999 erscheint die erste CD der Band in kompletter Eigenregie mit dem Titel "Seelenfinsternis". Bis 2007 tritt Rohbau in der Urbesetzung auf und kann unter anderem Auftritte auf dem Headbangers Open Air für sich verbuchen. 2007 verlassen Lente und Mike die Band und werden durch Jürg (Vocals) und Lars (Drums) ersetzt. 2010 veröffentlicht Rohbau ihren zweiten Silberling "Zorn" um den es in diesem Review gehen wird. Mitte 2011 steigt dann Lars aus und Mike übernimmt wieder den Platz am Schlagzeug.

Die Veröffentlichung von "Zorn" ist schon eine Weile her, aber beim Wühlen in meinem Plattenschrank fiel mir das gute Stück in die Hände und so habe ich beschlossen, über die Band aus meiner ehemaligen norddeutschen Heimat zu Schreiben. Und ich kann jetzt schon einmal vorweg nehmen, dass ich das Album "Zorn" bisher unzählige Male gehört habe und immer noch so genial finde wie an dem Tag als ich es bekam. Los geht es mit "Einsamkeit" und schon hier schreddern die Jungs von Rohbau ordentlich los, es wird thrashig und wie der Name schon sagt roh. Die Texte sind ausschließlich deutsch gehalten was schon ein wenig ungewöhnlich ist. Und ich muss es ja mal sagen Einsamkeit ist eins meiner Lieblingslieder, da alleine vom Text her, Rohbau hier genau ins Schwarze treffen, denn genau was die Band hier vertont, geht in so manchem Menschen vor sich, eben eine Angst vor der Einsamkeit und vor dem Allein sein. Für mich ein Track den man immer wieder hören kann. "Das Letzte Gericht" ist ein sehr rockiger Titel, der sich am Rande des Thrash Metal entlang hangelt. Die Stimme von Jürg ist immer wieder genial, da er sich nicht in dem gängigen Shoutings und Growlings bewegt, sondern eher klar ist und so auch die Lyrics gut transportieren kann. Nett gemacht sind hier die mehrstimmigen Choruspassagen zudem wissen die Musiker wie sie mit ihren Instrumenten umgehen müssen. "Propheten", hier kann ich gar nicht sagen wie oft ich den Song überhaupt schon gehört habe, aber er hat seit dem ersten Hören nichts von seiner Kraft verloren. Mir gefällt der Text gut, da es um die vielen falschen Propheten in dieser Welt geht, die den Leute auf der Suche nach ihrem Weg im Leben, das Geld aus der Tasche ziehen im Namen der Religion. Die Gitarren und das Schlagzeug leisten bei diesem Track wirklich solide Arbeit. "Sünde" hier dominieren die Gitarren das Soundbild, prägend sind hier die mehrstimmigen Übergänge in den Refrain, was dem Ganzen etwas mehr Fülle gibt. Das Tempo bewegt sich knapp im mittleren Bereich und auch hier leistet das Schlagzeug gute Arbeit. Den Song wirklich einzuordnen ist recht schwer, da er sehr rockig ist, für echten Thrash aber eigentlich zu langsam und für Heavy Metal fehlt ein wenig die Fulminanz, sagen wir einfach es handelt sich um sehr erdigen Metal mit einem hohem Rockfaktor. "Zorn" ist der namensgebende Song auf dem Album und ein wenig zorniger wird es bei diesem Stück schon, so sind hier nicht nur die Gitarren gut im Einsatz, sondern auch der Bass kommt hier gut zur Geltung. Im Chorus sind immer die erste und dritte Zeile mehrstimmig gehalten, was dem Song eindeutig zu gute kommt. Zorn ist auch einer der Tracks, die man gerne mehrfach hören kann. Zudem geht der Refrain ins Ohr, so dass man ihn schon nach dem ersten Hören gut drin hat. "Krank" lässt die Gitarren ein wenig galoppieren und auch das Schlagzeug gibt einen strammen Takt vor, auch hier kann man wieder von Metal ausgehen, wobei der Gesang auch gut in den Deutsch Rock Bereich fallen könnten, allerdings jenseits der Onkelz. Es ist halt Rock der härteren Gangart! "Grau in Grau" hier schranzen die Gitarren und es ist ein wenig thrashig, der Song macht mich allerdings auf Grund des Textes ein wenig melancholisch, trotzdem ist Grau in Grau eines meiner Lieblingsstücke auf dem Album. "Steif" hat einen ganz speziellen Sound, hier bekommt der Hören einmal mehr ungewöhnlichen Metal auf die Ohren, deutlich dominieren die Gitarren, sie sind mitreißend und peitschen so manches Mal den Song nach vorne. Vom Gesang und vom Text ist es hier wieder sehr depressiv, aber damit es nicht zu schwermütig wird, spielen die Jungs von Rohbau mit einer gewissen melodiösen Leichtigkeit. "Steif" ist ein unbedingter Anspieltipp auf Zorn. "Nur ein Traum" ist vom Sound wieder etwas dunkler und auch die Gitarren sind noch einen Ticken verzerrter und trotzdem voller Kraft. "Klabautermann" hiermit kommen wir nun zur Abteilung Seemannslieder anno 2010, der Song macht ordentlich Dampf und geht ordentlich in den Nacken. Zudem geht der Text ins Ohr und verbleibt dort bis man den Track einige Male gehört hat. Für mich ein absolut geiles Stück ohne das die CD nicht vollständig gewesen wäre. Vorsicht, bei Klabautermann herrscht völliger Suchtfaktor. Und so geht dies CD für mich wieder einmal viel zu schnell zu ende.

Fazit: Hamburg hat einiges an guten Bands zu bieten und Rohbau gehören für mich zweifelsfrei dazu. Die Musiker bewegen sich nicht in einem festgelegten Metalbereich, sondern sind in ihrem Sound sehr flexibel, so mischen sie Elemente aus dem Thrash Metal mit eindeutigen Rockbestandteilen, der Gesang ist schwer einzuordnen, so ist er klar und gut verständlich was für den Thrash Metal eigentlich untypisch ist. Aber mir macht das Album viel Spaß auch aufgrund der hohen Gitarrenlastigkeit.

 

Line Up:

 

Jürg Steinbrenner         Gesang
Christian Albrecht        Gitarre
Andre Hildebrandt       Gitarre
Olaf Bienengräber       Bass
Mike Meßfeldt            Drums

 



 

 


 

Soundqualität: 8,5/10                Variation: 8/10                      Cover: 8/10         Booklet: 8/10
Gesamt: 8,1/10

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