REPLICA - TOUR DIARY
 

Road To Redemption Tour 2011. Es ist schon vorprogrammiert wie die Tour mit Ektomorf, Korzus, Replica und Gorthaur's Wrath laufen wird: Rumhängen, essen, rumhängen, spielen, rumhängen. Aber natürlich passieren auch noch ein paar andere Dinge, die der Sänger Alex (REPLICA) in dieser Tour Diary festhält. 

 
Nürnberg - 6.2.2011
Um 13:00 Uhr kamen wir mit unserem Van in Nürnberg an. Nach der obligatorischen Kennenlernphase und einer Einschulung über die Nightliner-Regeln (scheiße das sind viele und ich werde nie einen brechen, ansonsten killt mich unsere Stagemanagerin), ging wie gewohnt das Warten los. Als zweite Band eröffneten wir unser 45 Minuten-Set, ich glaube wir hatten es dieses Mal ein wenig eilig unser Set runterzuspielen, da es mir extrem kurz vorkam. Der Club war bereits bei Gorthaur's Wrath, die den Abend eröffneten, komplett voll. Ein so gut besuchter Konzertabend ist ideal für einen Tourstart. Nach uns betraten Korzus aus Brasilien die Bühne, verdammt die blasen alles weg. Aber die Jungs von Ektomorf haben auch nichts anbrennen lassen. Echt cool! Ich hoffe, dass ich mir während dieser Tour Korzus und Ektomorf noch öfter vom Bühnenrand aus ansehen kann. Nach dem Load-In ging‘s gleich direkt über zur Aftershowparty. Hierbei hatten wir die Gelegenheit die Leute besser kennenzulernen. Ich glaube ich war noch nie mit so vielen freundlichen Menschen unterwegs. Ziemlich cool sind die Brasilianer angeführt von deren Sänger und extremen Partymacher Pompeu. Er erzählte mir gleich von seinen zahlreichen Freundschaften mit Persönlichkeiten aus aller Welt, unteranderem zählen Sepultura zu seinen engen Freunden. War wirklich ein sehr unterhaltsamer Abend, der in einem kleinen Bett im Nightliner endete.

 
Day Off - 7.2.2011
Extrem verkatert verließ ich den Bus um die Toilette im Club aufzusuchen. Ich glaube alle Tourmitglieder hatten gestern ordentlich gebechert, denn Jedem sind die Strapazen der letzten Nacht ins Gesicht geschrieben. Da der Bus erst am nächsten Tag losfährt, nutzten wir diese Gelegenheit um die Altstadt von Nürnberg zu besichtigen und um ein gutes Weizen zu trinken. Somit wurde der Vorsatz: "Ich trinke nie wieder Alkohol!", von der Früh genauso schnell entwertet, wie er auch ausgesprochen wurde.
 

Stuttgart - 8.2.2011

Ich schlief extrem fest und merkte gar nicht wie sich der Bus in Bewegung setzte. So spät wie nur möglich verließ ich mein Bett um in der eisigen Kälte von Stuttgart zu pinkeln. Ein paar Minuten später öffnete die Röhre für uns. Nach dem Load-In ging‘s gleich direkt über zum Frühstück (14:00!!!). Verdammt, ich kam zu spät und konnte mir nur noch ein Brot mit Ketchup und Salat reinschmeißen. Danach scherzte ich ein wenig mit den Jungs von Korzus. Die schenkten mir auch gleich deren erste CD, die Songs die sich darauf befinden wurden 1985 auf einem Tape veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt waren Stefan und Ich gerade mal ein paar Wochen auf der Welt und der Rest von uns war noch nicht mal in Planung. Umso stolzer macht mich die Tatsache, dass Pompeu und Dick beschlossen haben die restliche Tour mit einem Replica Shirt aufzutreten. That's fucking Rock'n'Roll! Die Beiden werden mir echt fehlen wenn ich wieder zu Hause bin. Unsere Show verlief sehr gut. Nach dem Load-Out wurde wiedermal kräftigst gefeiert.

 
Mühltal - 9.2.2011
Nach dem Load-In kam ich wieder zu spät zum Essen. Das wird langsam zur Gewohnheit. Der Club war nicht besonders gut besucht. Ein Gast erzählte mir dann, dass an diesem Abend Deutschland gegen Italien spielt und dass der Grund ist, wieso so Wenige da gewesen sind. Nun gut, wir gaben unser Bestes und hüpften wie eine Horde Affen auf Crack, obwohl das Publikum nicht wirklich mitspielte. Laut dem Beifall kamen wir gut an, aber die waren einfach zu faul um sich zu bewegen. Das und der Zustand, dass unser Gitarrist Dodo über eine Erkältung klagte, drückten ein wenig auf die Stimmung. Ich checkte noch meine Mails und wartete auf die Abfahrt des Trailers.

 
Hamburg - 10.2.2011
Ich schlief mal wieder extrem gut. Ich glaub langsam stört mich das Schlafen im Bus nicht mehr. Nachdem Load-In hatte ich die Gelegenheit zu duschen. Man lernt Duschen erst zu schätzen, wenn es nicht mehr selbstverständlich ist. Unsere Show war absolut cool! War zwar eine extrem kleine Bühne, dafür sind die Leute ordentlich abgegangen. Genauso muss es sein! Das war die beste Show, die wir bei dieser Tour bisher erlebt haben. Den restlichen Abend verbrachte ich am Merchstand! Durch die vielen Leute die mich besuchten wurde es ein echt lässiger Abend mit einigen Bieren, die in Hamburg übrigens sehr gut schmecken! Für Dodo war's wohl auch ein lässiger Abend, der Typ hatte jedes Mal als er bei mir vorbeikam ein Bier in seiner Hand und am Schluss des Abends einen ordentlichen sitzen. Kurz vor der Abreise besuchten einige Tourmembers noch kurz St. Pauli. Ich futterte noch schnell einen Burger und dann ging ich zufrieden schlafen. Denn um 3:00 in der Früh war bereits Bus-Calling.
 

Leer - 11.2.2011

Extrem coole Location dieses Zollhaus, auch die Leute dort waren extrem lässig. Wir haben einstimmig beschlossen, dass uns in Leer das beste Essen der gesamten Tour angeboten wurde. Auch die Crowd ging bei unserer Show ordentlich ab. Gleich nach der dritten Nummer starteten die Kids einen Circlepit der sich gewaschen hat. Genau so muss es sein. Dieser moshende Mob ließ mich meine Beinschmerzen, die durch die Anzahl der Shows immer größer werden, vergessen lassen. Vielleicht waren es aber auch die vielen Mädels die vor uns standen, wer weiß. War ein sehr erfolgreicher Abend. Noch dazu fällt mir auf, dass im Norden viel mehr gesoffen wird als im Süden von Deutschland. Man merkt einfach dass wir Skandinavien immer näher kommen. Vielleicht liegt es auch daran, dass das Bier in Norddeutschland sehr gut schmeckt. Mit ein paar Bieren und einer halben Flasche Rotwein schlief ich dann zufrieden in der kleinen Pritsche ein.
 
Flensburg - 12.2.2011
Ich habe noch nie einen kälteren Klub kennengelernt. Mir wäre an diesem Abend lieber gewesen draußen zu spielen, ich glaube dann dort wäre es sicher nicht kälter gewesen.  Zu dieser Kälte kam dann auch noch ein Katzenfutter als Dinner für die Supportbands hinzu. Danach war bei mir endgültig der Ofen aus! Zum Glück verlief unsere Show sehr gut, obwohl nun unser Drummer über Halsschmerzen und Fieber klagt! Die Kids gingen wieder mal ordentlich ab. Unglaublich coole Leute in Flensburg. Das Fazit des Abends: Scheiß Kälte, Scheiß Dinner, dafür nette Leute. Kurz vor dem Bus Calling fing es an zu schneien. Die Brasilianer (Band Korzus) drehten dabei völlig durch, da die doch sehr selten bis gar nie einen Schnee zu Sehen bekommen. Das war wirklich lustig. Ich filmte die Jungs, während die wie verrückt vorm Trailer herumsprangen.

 
Köln - 13.2.2011

Ist ein lässiger Club dieses Underground. Obwohl wir auf der Bühne zunächst kleine technische Probleme hatten, war das Feedback der Leute sehr gut. Die Kölner hatten sichtlich Spaß mit unserer Show. Die Aftershowparty nach dem Konzert setzte dieser Tour-Woche noch die Krone auf. Bei dieser Party, die im benachbarten Pub stattfand, entpuppten sich die Hits des legendären Ronnie James Dio als Partykracher des Abends. Ich habe keine Ahnung wie oft ich in der Luftgitarrenpose, die zeitweise durch eine Whiskeyflaschentrinkpose abgewechselt wurde, zu Holy Diver mitgegrölt habe. Im Nachhinein wäre es noch interessant zu wissen, wie lange ich mit den Jungs und unserer Stagemanagerin Zoe mitgehalten habe. Aber ich glaube mehr als eine Stunde Schlaf habe ich nicht zusammengebracht.

 


 

 

 

 

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