 |
Konzertbericht
Judas Priest & Five Finger Death Punch
08.06.2015
Sporthalle - Hamburg
|
 |
Mir
zittern beim Schreiben immer noch die Hände, denn die Metal Götter von Judas
Priest sind dem Olymp entstiegen und gaben sich in der Sporthalle Hamburg ein
Stelldichein mit Five Finger Death Punch. Nun könnte man hier von
Heldenverehrung sprechen, von maßlos übertriebenen Schmeicheleien oder von einer
Huldigung, die einem Magazin eigentlich nicht gebührt. Aber eine
Konzertberichterstattung, einer Band mit der man aufgewachsen ist und die den
Metal maßgeblich mit geprägt hat ist dann schon sehr schwierig. Trotzdem werden
wir versuchen nicht zu sehr ins Schwärmen zu geraten.
Die Sporthalle in Hamburg klingt vom Namen her
nicht wirklich groß, aber man sollte sich nicht täuschen lassen, denn die
Location war schon Spielstätte für sehr viele namhafte Bands wie zum Beispiel
Motörhead, Saxon, Iron Maiden und vielen mehr, die Liste ließe sich beliebig
erweitern, doch darum geht es in erster Linie nicht, denn für diesen Abend sind
Five Finger Death Punch und Judas Priest angekündigt. Beide Bands könnten nicht
unterschiedlicher sein und harmonieren doch zusammen auf der Bühne, warum? Dazu
kommen wir später...
Die Sporthalle ist ebenerdig und für den Besuch mit
dem Rollstuhl bestens geeignet, der Besuch kann zu einem einzigartigem Erlebnis
werden, dieses kommt aber auch ein wenig darauf an, welche Band spielt und wie
die Ordner aufgelegt sind. Natürlich sind sie zumeist sehr freundlich und
zuvorkommend, aber das haben wir auf Konzerten, bei denen die Halle voll ist
schon anders erlebt. An diesem Abend jedoch passt alles und so sind auch viele
Besucher mit Handicap in der Location verteilt. Selbst in vorderster Reihe
stehen welche, so das man fast Angst hat, sie würden zerdrückt, wenn das Konzert
seinen Höhepunkt erreicht, doch alles ist im grünen Bereich und die anderen Fans
nehmen Rücksicht und auch die Ordner haben ein wachsames Auge auf alles. Wir
sind zwar der Meinung, dass es nicht ausverkauft war, aber die Location war sehr
gut gefüllt.
Five Finger Death Punch eröffnen mit einem
Paukenschlag den Abend und zeigen gleich einmal wo Bartel den Most holt. Wer die
Amerikaner nicht kennt, der könnte meinen, dass der Name nach Metalcore klingt,
aber die Band spielt groovigen Heavy Metal und so ist es nicht weiter
verwunderlich, dass die Stimmung in der Halle schnell ansteigt. Die Texte laden
geradezu ein mitzusingen und unweigerlich lässt man den Nacken zu den Rhythmen
kreisen. Eine Gelegenheit die Mannen rund um Frontsau Ivan zu sehen sollte man
sich einfach nicht entgehen lassen. Den Kontrast den sie zu Bands wie jetzt zu
Judas Priest bieten, ist als Chance zusehen und als Bereicherung eines
abgerundeten Abends. Five Finger Death Punch gehen also immer, sind ja aber nur
der Wegbereiter für den Hauptact.
Judas Priest lassen nun die Halle richtig beben und
auch wenn die Band seit 46 Jahren auf der Bühne steht, so erlebt man hier keine
Anzeichen von Müdigkeit. Rob Halford ist in bester stimmlicher Verfassung und so
donnern Hymnen wie Breaking the Law kraftvoll durch die Sporthalle. Natürlich
hat man dieses schon anders erlebt, aber im Vergleich zu 2012 zeigt sich die
Band in der Form ihres Lebens. Die Songauswahl die Judas Priest für diesen Abend
getroffen haben, beinhaltet neben den Klassikern auch viele neue Songs vom
aktuellen Album. Die Lichtshow untermalt alles und über den Sound kann man sich
nicht beklagen. Als dann Halford bei Hell bent for Leather mit seiner Harley auf
die Bühne kommt, brechen alle Dämme und das Publikum feiert Judas Priest
gebührend. Ein netter Effekt war die Ausleuchtung der schweren Maschine, welche
in zweifarbigen Licht gehalten wurde.
Wir können nach diesem Abend in der
Sporthalle nur empfehlen, schaut euch Judas Priest an, solange es noch geht,
denn eins ist klar jünger werden die Musiker nicht und wer würde sich nicht über
eine verpasste Chance ärgern?
Leider geht diese Veranstaltung voller Steel and
Heavy Metal viel zu schnell vorüber und so können wir es kaum erwarten wieder mit Five
Finger Death Punch und Judas Priest in den musikalischen Ring zu steigen. Eine
Galerie des Abends findet ihr hier
http://www.fotowolle.de/gallery/2015-2/judas-priest-hh-sporthalle-08-06-15/
|