NMM: Grüß dich Marco danke das dir die Zeit für uns nimmst
Marco: Salve Patrick!

NMM: Was war für dich der ausschlaggebende Grund musikalisch etwas auf die Beine zu stellen?

Marco: In erster Linie wohl einfach die allgemeine Leidenschaft an Musik. Anfangs verbrachten wir mehr Zeit damit uns ordentlich zu betanken als zu musizieren, doch im Laufe der Jahre und den richtigen Mitstreitern entstand etwas das kaum in Worte zu fassen ist. Die Musik als Ventil, ist ein durchaus ernstzunehmendes Mittel, um dem ganzen Scheiß dieser Welt ein dickes Fuck Off entgegen zu setzen. Nach 17 Jahren wurde Creature, sowie Black Metal ein Teil von mir und ist heute kaum noch weg zu denken aus meinem Leben und ich denke dass ich hier auch für alle anderen sprechen kann.

NMM: Unser Magazin New Metal Media lebt den Gedanken „In Metal we are United“ Sprich mit oder ohne Handicap bist du willkommen bei uns. Das Thema Behinderung ist ja immer noch in einigen Metal Kreisen stark verpönt,  um es mal freundlich auszudrücken. Ich selber hab da schon Sachen erlebt die weit unter die Gürtellinie gingen. Wie empfindest du das Ganze?

Marco: Um ehrlich zu sein habe ich mich noch nie wirklich mit dem Thema beschäftigt. Dies liegt wohl auch daran das ich/wir in unserem Umfeld nicht davon betroffen bin/sind. Das einzige was mir dazu einfällt ist, das Du offensiv auf einem Konzert auf uns zugegangen bist, wir ins Gespräch kamen und es für uns keine Rolle spielte ob und welches Handicap du hast!

NMM: Ihr seid ja eine traditionelle Black Metal Band ihr tragt Corpsepaint und Nieten. Auf das Gesamtkonzept legt ihr viel Wert. Was bedeutet für dich persönlich Black Metal?

Marco: Anfangs Rebellion und vor allem Ausdruck gegen alle religiösen Dogmen, insbesondere der christlichen. Mittlerweile weit aus mehr, aber dies ist zu persönlich und möchte ich hier nicht kundtun. Da wir alle sehr traditionell veranlagt sind stand nie zur Debatte ob mit oder ohne Corpsepaint. Diese Stilmittel gehört seit spätestens der 90er zum Black Metal und da wir alle unseren Ursprung in dieser Zeit haben war es nur konsequent für uns.

NMM: Wo es bei anderen gelegentlich zu Wechseln im Bandgefüge kommt steht ihr ja mit bis auf einen Sängerwechsel ganz gut dar. Bei euch war es ja mehr so eine Label Sache euer Album „Feindtbild“ hattet ihr ja bei Eichenthron raus gebracht. Bevor es mit „Helioskron“ begann habt ihr zu Ketzer Records gewechselt war das genannte Label doch nicht ganz das richtige für euch gewesen?

Marco: Eichenthron gibt es nicht mehr und war auch mehr eine freundschaftliche Kooperation, als das mehr daraus entstanden wäre. Der Weggang von Christhunt war unausweichlich aus bekannten Gründen, auch wenn wir sehr zufrieden waren mit der Arbeit, die sie für uns getan haben. Wir versuchen stets das Beste aus Creature rauszuholen und somit betrifft das auch die Labels bei denen wir unter Vertrag stehen. Mit Ketzer in Zusammenarbeit mit Einheit Produktionen haben wir nun ein recht gutes Paket welches das Bestmögliche zum momentanen Zeitpunkt ist. Wir sind sehr zufrieden mit ihrer Arbeit und pflegen auch ein freundschaftliches Verhältnis, insbesondere zu Alex/Ketzer. Wohin der Weg führt, werden wir spätestens zur neuen Veröffentlichung wissen aber bisher gibt es aus unserer Sicht keinen Grund für einen erneuten Wechsel.

NMM: Wie kam es zum Bandnamen? Gibt es dazu eine Geschichte?

Marco: Nicht wirklich! Wir waren noch recht jung und befanden uns noch in der Findung unseres Stils. Es gab diverse Namen zur Auswahl, aber komischerweise sind wir bei Creature hängen geblieben. Warum und weshalb weiß heute keiner mehr aber es gab definitiv keinen triftigen Grund dazu. Wir identifizieren uns aber komplett damit und würden ihn auch nicht mehr ändern nur weil er eventuell nicht konform geht mit den typischen BM Bandnamen die entweder mit „Dark“ beginnen oder lateinischen Ursprungs sind.

NMM:  Auf „Feindtbild“ gibt es ja einige Titel, die im Zusammenhang stehen. Wie kam der Gedanke zustande nun bei „Helioskron“ ein Konzeptalbum zu schreiben?

Marco: Die Idee keimte schon länger in uns, aber bisher schoben wir dieses Thema immer gern beiseite, da uns einfach das richtige Konzept fehlte und wir der Meinung waren das uns diese neue Herangehensweise eher bremsen als nach vorne bringen würde. Als Barth eines Tages mit dem Konzept zu Helioskron ankam und schon einige Ideen und Hintergrundinformationen gesammelt hatte, waren wir alle davon überzeugt. Das Resultat spricht für sich und ergibt ein großes Ganzes, mit dem wir sehr zufrieden sind.

NMM: Wie betrachtest du heute im Vergleich zu damals als ihr euch gegründet habt die Black Metal Szene? oder würdest du dich selber eher nicht als Teil einer Szene betrachten?

Marco: Das ist schwer zu beantworten! In erster Linie kann man dies nicht wirklich vergleichen, da sich die Sichtweise auf eine eventuelle Szene vor allem mit dem Alter und Erfahrung ändert. Früher empfand ich mehr Zusammenhalt und es waren weitaus weniger Maulhelden unterwegs. Heute betrachte ich mich nicht mehr als Teil einer Szene bzw. habe sie total aus den Augen verloren und kümmere mich auch nicht darum. Die Menschen und Bands die ich schätze wissen das und wir pflegen auch direkten Kontakt doch was es neues in der Szene gibt kann ich kaum beantworten da ich jegliches Interesse daran verloren habe.

NMM: Was war deine erste Begegnung mit Musik der härteren Gangart?

Marco: Das dürfte Kiss, Megadeth und Iron Maiden gewesen sein. Mir hatten die Cover gut gefallen und recht schnell war ich auch musikalisch infiziert. Beim Black Metal im Speziellen, bin ich dann recht schnell gelandet, vor allem durch mein Umfeld und unseren örtlichen Club in dem sich die Metalgemeinde aus dem Umkreis traf. War also ein fortschreitender Prozess und nicht wie bei den meisten heutigen Jugendlichen, die angeblich sofort mit Darkthrone einsteigen um sich im Trueness Faktor gegenseitig zu übertreffen.

NMM: Wie sehen eure Pläne für dieses Jahr noch aus?

Marco: Unsere Bookingagentur steht momentan mit einigen Veranstaltern in Verhandlungen um noch einige Konzerte im Herbst/Winter spielen zu können. Denke da werden noch ein paar Termine zusammen kommen. Auch starten wir Zeitnah mit den Arbeiten und schreiben neuer Songs, damit wir nicht wieder 5 Jahre ins Land ziehen lassen mit einem neuen Album.

NMM: Gut das war es dann von meiner Seite aus und die letzten Worte gehören dir

Marco: Danke Patrick und New Metal Media für das Interview und dem Interesse an Creature. Findet uns unter: www.creature666.de oder www.facebook.com/creatureofficial und greift mit uns nach Helioskron´.

 

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